Stratus everRun — Fehlertoleranz statt Failover
Zwei Server, eine Anwendung, ohne klassischen Failover-Moment. Software-Checkpointing hält Ihre geschäftskritischen Prozesse am Laufen — auch wenn Hardware ausfällt.

Ein herkömmlicher HA-Cluster erkennt den Ausfall eines Servers und schaltet auf ein Backup-System um. Das dauert Sekunden bis Minuten. Laufende Transaktionen gehen verloren, Anwendungen müssen neu starten, Nutzer bemerken die Unterbrechung.
Stratus everRun arbeitet anders. Auf zwei physischen Servern läuft jeweils eine virtuelle Maschine. Beide VMs führen gleichzeitig dieselbe Anwendung aus und werden über Speicher-Checkpoints synchronisiert. Fällt ein Server aus, läuft die Anwendung im fehlertoleranten Betrieb (everRun Enterprise) auf dem verbliebenen Server weiter, laut Hersteller ohne Unterbrechung, ohne Neustart und ohne Datenverlust.
In älteren Unterlagen und Fachartikeln wird dieses Verfahren auch als Lock-Step beschrieben. Der Hersteller bezeichnet everRun heute als softwarebasierte Fehlertoleranz mit Checkpointing. Der Unterschied zur gleichnamigen Hardware-Technik liegt darin, dass die Redundanz bei everRun in Software auf zwei Standardservern entsteht statt in replizierten Bauteilen eines einzelnen Systems. Wer diese Hardware-Variante sucht, findet sie beim Stratus ftServer.
Quelle: Penguin Solutions, Stratus everRun Produktseite (abgerufen 29.07.2026). everRun Enterprise: 99,999 % Verfügbarkeit. Daraus umgerechnet: rund 5,3 Minuten Ausfall pro Jahr (eigene Umrechnung).
Kernfunktionen
Software-Checkpointing
Beide Server führen identische Operationen im Gleichschritt aus. Speicher-Checkpoints stellen laut Hersteller sicher, dass alle laufenden Transaktionen und Daten auf beiden Maschinen identisch sind. Bei Hardwareausfall gibt es keinen Umschaltmoment.
Automatische Übernahme ohne klassischen Failover-Moment
Kein manueller Eingriff erforderlich. Im fehlertoleranten Betrieb läuft die Anwendung laut Hersteller unterbrechungsfrei weiter. Nach Reparatur des ausgefallenen Servers erfolgt die Resynchronisation automatisch.
SplitSite — Geographische Redundanz
Die synchronisierten Server können an geographisch getrennten Standorten betrieben werden. Schutz vor Hardwareausfällen und Standortrisiken: Brand, Hochwasser, Stromausfall.
Web-basiertes Management
Zentrale Verwaltungskonsole zur Steuerung und Überwachung des Systems — ohne spezielles Fachwissen für die Stratus-Plattform.
Technische Eckdaten
| Architektur | Zwei physische Server mit synchronisierten VMs |
| Synchronisation | Software-Checkpointing (Speicher-Checkpoints) |
| Betriebssysteme | Windows Server, Linux |
| Virtualisierung | Applikationsunabhängig |
| Geo-Redundanz | SplitSite (getrennte Standorte möglich) |
| Management | Web-basierte Verwaltungskonsole |
| Failover | Automatisch, ohne klassischen Failover-Moment |
| Resynchronisation | Automatisch nach Reparatur |
Quelle: Stratus/Penguin Solutions Produktdokumentation
everRun vs. VMware vSphere FT
Der technische Unterschied zu VMware vSphere FT entscheidet über Ihre Daten. Ausführlicher Vergleich FT vs. HA und RTO/RPO als Entscheidungsgrundlage. Sie wollen VMware ersetzen? everRun ist die VMware-Alternative für kritische Systeme.
| Kriterium | Stratus everRun | VMware vSphere FT |
|---|---|---|
| Verfahren | Software-Checkpointing | in der zitierten Limits-Dokumentation nicht beschrieben |
| Plattform | KVM auf Standard-x86-Servern | vSphere / ESXi |
Grenzwerte laut VMware-Dokumentation zu vSphere 8.0
- vCPUs je geschützter VM: vSphere Standard und Enterprise bis 2, Enterprise Plus bis 8, vSphere Foundation bis 8
- FT-geschützte VMs je Host: Standardwert 4 über den Parameter das.maxftvmsperhost. Die Dokumentation nennt ausdrücklich kein Maximum, der Wert lässt sich erhöhen oder mit 0 abschalten
- FT-vCPUs je Host: Standardwert 8 über den Parameter das.maxftvcpusperhost. Auch hier nennt die Dokumentation kein Maximum, der Wert lässt sich erhöhen oder mit 0 abschalten
Diese Werte gelten für vSphere 8.0 und ändern sich mit Produktversionen und Lizenzmodellen. Vor einer Entscheidung am aktuellen Stand der Herstellerdokumentation prüfen.

Einsatzgebiete
Fertigung & Produktion
Produktionssteuerungen (MES, SCADA) dürfen nicht ausfallen. Ein Stillstand der Fertigungslinie kostet je nach Branche fünfstellige Beträge pro Stunde. (Richtwert, stark branchenabhängig)
Gesundheitswesen
Krankenhausinformationssysteme, Laborinformationssysteme, digitale Patientenakten — Systeme, bei denen ein Ausfall die Patientenversorgung gefährdet.
KRITIS-Betreiber
Unternehmen unter der KRITIS-Verordnung oder NIS2 müssen die Verfügbarkeit ihrer IT-Systeme nachweisen. everRun liefert dafür die softwarebasierte Grundlage.
Finanzdienstleistungen
Transaktionssysteme, Zahlungsverkehr, Handelsplattformen — überall dort, wo der Verlust laufender Transaktionen direkte finanzielle Schäden verursacht.
Ergänzen Sie everRun mit den anderen Säulen
everRun ist die erste Säule der Diventus-Strategie: fehlertolerante Server. Für eine vollständig abgesicherte Infrastruktur:
Redundantes Internet
Damit ein Leitungsausfall nicht den Server-Zugriff unterbricht.
becom.one entdecken →24/7-Monitoring
Damit Degradierungen erkannt werden, bevor sie zum Ausfall führen.
DCM entdecken →Passt everRun in Ihre Infrastruktur?
Ob Rechenzentrum, Produktionsumgebung oder KRITIS-Betrieb — in einer technischen Erstberatung prüfen wir, welche everRun-Konfiguration Ihre Anforderungen abdeckt.
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