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Stratus everRun: Funktionen, Editionen und Voraussetzungen für die Kaufentscheidung

· Aktualisiert am

Stratus everRun ist eine Softwareplattform für den hochverfügbaren oder fehlertoleranten Betrieb virtueller Maschinen auf zwei geeigneten Standardservern. Express bietet Hochverfügbarkeit, Enterprise zusätzlich Fehlertoleranz. Welche Variante passt, hängt von der Anwendung, der akzeptablen Unterbrechung und der konkreten Infrastruktur ab. Hersteller: Stratus everRun

Wer everRun auswählt, sollte deshalb mehr als zwei Server und eine Lizenz vergleichen. Zum vollständigen Angebot gehören die unterstützte Konfiguration, die Übernahme bestehender Anwendungen und ein klarer Betriebsumfang. Dieser Leitfaden zeigt, welche Entscheidungen dafür nötig sind.

Server-Hardware in einem Rechenzentrum für fehlertolerante Systeme

Was Stratus everRun technisch macht

Die Plattform basiert auf KVM und verbindet zwei physische Server zu einem System. Für den fehlertoleranten Betrieb werden Zustände der geschützten virtuellen Maschinen auf beiden Seiten synchronisiert. Der Hersteller beschreibt dafür Software-Checkpointing und die Synchronisation von Speicher- und Plattenzuständen. Bei den abgedeckten Komponentenausfällen soll die Anwendung weiterlaufen, ohne den Neustart eines klassischen Failovers. Das ist das Ziel der FT-Konfiguration; es beschreibt keinen Schutz gegen jeden denkbaren Fehler. Penguin Solutions

Der Ablauf lässt sich in fünf Schritten einordnen:

  1. Zwei geeignete physische Server werden mit everRun eingerichtet.
  2. Die virtuellen Maschinen erhalten den vorgesehenen Verfügbarkeitsschutz.
  3. Im FT-Betrieb hält die Software den erforderlichen Zustand auf beiden Seiten synchron.
  4. Beim abgedeckten Ausfall einer Seite führt die verbleibende Seite den geschützten Betrieb fort.
  5. Nach Behebung der Störung wird die Redundanz wiederhergestellt.

„Standardserver“ bedeutet dabei eine überprüfte Hardware-Konfiguration. CPU, Arbeitsspeicher, Datenträger, Netz und Softwarestand müssen zur gewählten Version und Last passen. Für die Beschaffung ist eine konkrete Stückliste hilfreicher als das Versprechen, beliebige vorhandene Hardware weiterzuverwenden.

Ältere Beschreibungen verwenden teilweise „Lock-Step“. Für everRun ist die heutige Einordnung als softwarebasierte Fehlertoleranz mit Checkpointing präziser. Der Stratus ftServer ist eine separate Hardwareplattform und darf damit nicht gleichgesetzt werden.

Server-Rack mit synchronisierter Hardware

Express oder Enterprise: Welche Edition passt?

Die zentrale Frage lautet: Darf die Anwendung bei einem Hardwarefehler neu starten, oder muss der laufende Vorgang fortgeführt werden? Bei Hochverfügbarkeit geht es um die Wiederverfügbarkeit nach einer Störung. Fehlertoleranz zielt bei den abgedeckten Fehlern auf den fortgesetzten Betrieb. Die Auswirkungen auf Benutzer, offene Vorgänge und abhängige Systeme müssen zur jeweiligen Anwendung beurteilt werden.

Entscheidung everRun Express everRun Enterprise
Herstellerseitige Einordnung Hochverfügbarkeit, HA HA und Fehlertoleranz, FT
Zentrale Kaufprüfung Ist das Wiederanlaufverhalten fachlich akzeptabel? Braucht die Anwendung den FT-Schutz, und erfüllt die Konfiguration dessen Voraussetzungen?
Nachweis im Projekt Verhalten der konkreten Anwendung nach dem definierten Fehler Fortführung der konkreten Anwendung beim definierten Fehler

Die Editionsunterscheidung stammt vom Hersteller. Ein Anwendungsbeispiel zur Einordnung: Ein interner Bericht darf möglicherweise kurz warten; ein laufender Produktionsvorgang hat andere Anforderungen. Das ist ein illustratives Beispiel, keine pauschale Einstufung dieser Anwendungen und kein Kundenfall.

Der Hersteller nennt für Enterprise eine Verfügbarkeit von 99,999 %. Auf 365 Tage umgerechnet entspricht der rechnerische Restanteil rund 5,3 Minuten. Daraus entsteht keine garantierte jährliche Ausfallzeit Ihrer gesamten Anwendung: Internet, Anwendung, Bedienfehler und weitere Abhängigkeiten gehören in eine gesonderte Betrachtung. Maßgeblich sind die vereinbarte Konfiguration und die vertragliche Leistung.

Läuft meine Anwendung auf everRun?

Die Unterstützung von Windows und Linux ist der Einstieg in die Prüfung. Entscheidend sind die konkrete everRun-Version, Gastbetriebssystem-Version, Boot-Konfiguration und gegebenenfalls das Quellsystem einer Migration. Die offizielle Matrix führt diese Kombinationen getrennt auf. Eine Freigabe für ein Gastbetriebssystem beantwortet außerdem noch nicht jede Supportfrage des Anwendungsherstellers. Unterstützte Gastbetriebssysteme

Für eine belastbare Prüfung sollten Sie folgende Angaben zusammentragen:

Benötigte Angabe Was damit geklärt wird
Anwendung, Version und zuständiger Hersteller Supportfreigabe für die Zielumgebung
Gastbetriebssystem inklusive Version und Boot-Modus Passender Eintrag in der Supportmatrix
CPU-, RAM-, Speicher- und I/O-Bedarf Auslegung beider Server und Betrieb bei Ausfall einer Seite
Verbundene Systeme, Schnittstellen und besondere Geräte Abhängigkeiten außerhalb der geschützten VM
Aktuelle Virtualisierung und Migrationsweg Übernahmeverfahren, Treiber, Test und Rückkehrmöglichkeit
Erlaubte Unterbrechung und Datenverlust HA-/FT-Auswahl sowie ergänzende Wiederherstellung

Der aktuelle Hersteller-Downloadbereich nennt zum Prüfdatum 5. Oktober 2026 die Version 8.1.0.2 im 8.x-Zweig. Ältere Supportseiten bleiben auffindbar. Verwenden Sie bei der Planung deshalb die Dokumentation der tatsächlich vorgesehenen Version.

SplitSite: Wann sind zwei Standorte sinnvoll?

SplitSite erweitert die räumliche Trennung der beiden Server. Damit kann eine entsprechend ausgelegte Installation auch Risiken eines einzelnen Standorts berücksichtigen. Ob zwei Räume, Gebäude oder weiter entfernte Standorte geeignet sind, entscheidet sich an der Netzverbindung und dem unterstützten Gesamtdesign — nicht allein an der Entfernung auf einer Karte.

Für das Angebot gehören Netzpfade, Latenz, Bandbreite, Stromversorgung und das Verhalten bei einer getrennten Verbindung auf den Tisch. Der Hersteller empfiehlt insbesondere bei SplitSite Quorum-Server. Sie unterstützen definierte Entscheidungen bei bestimmten Ausfallsituationen und gehören deshalb in die Architekturprüfung. Offizielle Hinweise zum Quorum-Dienst

SplitSite und Disaster Recovery erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Eine synchrone zweite Seite schützt nicht automatisch gegen fehlerhafte Änderungen, die beide Seiten betreffen. Backup, Aufbewahrung und Wiederherstellung müssen zusätzlich geplant werden. Bei DCW steht die Wiederherstellung nach einem Ausfall im Mittelpunkt; der erreichbare Zeitpunkt und Datenstand hängen vom vereinbarten Konzept ab. Dazu passen die Grundlagen zu RTO und RPO.

Rechenzentrum mit Netzwerk-Infrastruktur für SplitSite

everRun und VMware vSphere FT vergleichen

Beide Produktwelten kennen den Begriff Fehlertoleranz. Sie sollten dennoch anhand der vorgesehenen Version, der geschützten VM und des Betriebsmodells verglichen werden.

Kriterium Stratus everRun VMware vSphere FT
Plattform KVM-basierte everRun-Umgebung auf geeigneten x86-Servern vSphere-/ESXi-Umgebung
FT-Konfiguration Enterprise mit Software-Checkpointing FT-Funktion mit versions- und lizenzabhängigen Voraussetzungen
Entscheidung Edition, Gastfreigaben und Konfiguration prüfen Edition/Lizenz, VM-Anforderungen und versionierte FT-Grenzen prüfen

Zur Einordnung der bisherigen Vergleichswerte: Die Dokumentation für vSphere 8.0 nennt bis zu 2 vCPUs je FT-VM bei Standard/Enterprise und bis zu 8 bei Enterprise Plus beziehungsweise vSphere Foundation. Die dort genannten 4 FT-VMs und 8 FT-vCPUs je Host sind Standardwerte konfigurierbarer Parameter, keine pauschalen Maxima. Diese Angaben sind versionsgebunden und keine Aussage über jede heute angebotene VMware-Lizenz.

Ein Wechsel zu everRun ist eine Plattformentscheidung mit Migrationsarbeit. Wer den größeren Auswahlrahmen benötigt, findet ihn im Beitrag zu VMware-Alternativen.

Was gehört in ein Stratus-everRun-Angebot?

Ein Preisvergleich wird erst aussagekräftig, wenn beide Angebote denselben Umfang enthalten. Fordern Sie die folgenden Positionen getrennt an:

  • Software: Edition, Version, Lizenzumfang, Wartung und Aktualisierungsrechte.
  • Infrastruktur: beide Server, notwendige Netzwerkkomponenten und gegebenenfalls SplitSite-/Quorum-Auslegung.
  • Einführung: Installation, Übernahme der ausgewählten VMs, vereinbartes Unterbrechungsfenster und Rückkehrplan.
  • Nachweis: dokumentierte Prüfung der Anwendungen unter Last und bei den vereinbarten Störungen.
  • Betrieb: Monitoring, Alarmempfänger, Reaktionszeiten, Herstellereskalation und Verantwortung für Updates.
  • Wiederherstellung: Sicherungsumfang, Aufbewahrung und geprüfter Wiederanlauf nach einem anderen Fehlerbild als dem Ausfall eines einzelnen Servers.

Dafür gibt es hier keinen pauschalen Paketpreis. Die Kalkulation muss zur VM-Liste, zur vorhandenen Hardware und zum gewünschten Serviceumfang passen. Auch herstellerseitige Supportangebote ersetzen keine konkrete Vereinbarung darüber, welche Leistungen Ihr Umsetzungspartner übernimmt.

Diventus verbindet die everRun-Beratung mit der Planung der umgebenden Infrastruktur. Je nach Bedarf gehören redundantes Internet über becom.one, DCM-Monitoring und DCW-Wiederherstellung dazu. Welche Bausteine erforderlich und angeboten sind, wird für Ihr Vorhaben festgelegt.

Wo steht everRun innerhalb der Produktfamilie?

EverRun ist das Softwareangebot für eine passende Standardserver-Umgebung. Daneben beschreibt Diventus ztC Edge für kompakte, dezentrale beziehungsweise industrielle Einsatzorte und ztC Endurance für besonders hohe Verfügbarkeitsanforderungen. Der Hersteller nennt für ztC Endurance eine Verfügbarkeit von 99,99999 %. Dieser Wert gehört zu der separaten Plattform und ist kein everRun-Wert. Die Produkte müssen jeweils anhand ihres aktuellen Datenblatts verglichen werden. Hintergrund zur Marke: Stratus wird Penguin Solutions.

everRun

Rechenzentrum

Softwarebasierte Fehlertoleranz auf geeigneten Standardservern für ERP, Datenbanken und geschäftskritische Anwendungen.

everRun ansehen →

ztC Edge

Edge & Industrie

Kompakte, lüfterlose und robuste Plattform für dezentrale Standorte, Maschinensteuerungen und Arztpraxen.

ztC Edge ansehen →

ztC Endurance

Höchste Anforderungen

Vorausschauende Fehlertoleranz mit modularer Architektur. Herstellerangabe: 99,99999 % Verfügbarkeit.

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Diventus ist Gold Partner von Penguin Solutions (ehem. Stratus Technologies).

Serverraum mit Cloud-Infrastruktur

Passt Stratus everRun in Ihre Infrastruktur?

Bringen Sie zur technischen Erstberatung Ihre Anwendungsliste, Betriebssystemstände, vorhandene Hardware und die tolerierbare Unterbrechung mit. Daraus lässt sich klären, ob everRun passt, welche Edition geprüft werden sollte und welche offenen Punkte ein Angebot beantworten muss.

everRun-Beratung bei Diventus anfragen · +49 30 802020990

Weiterführend: Fehlertoleranz und Hochverfügbarkeit · VMware-Alternative · everRun-Produktseite